Forderungseintreibung in Italien

Die Forderungseintreibung in Italien erfolgt mittels Mahnverfahrens, ordentlichen Verfahrens und Vollstreckung. Bei einem Mahnverfahren bzw. einem ordentlichen Verfahren zur Eintreibung von einem Betrag über EUR 1.100,00, sowie bei der Vollstreckung, ist der Beistand eines Rechtsanwalts erforderlich.

Mahnverfahren in Italien

Man kann einen Antrag auf Erlass eines gerichtlichen Zahlungsbefehls (ricorso per decreto ingiuntivo) stellen, soweit die einzutreibende Forderung durch Unterlagen belegt werden kann. Der Antrag wird beim zuständigen Richter eingereicht. Der Antrag wird dem Schuldner zusammen mit dem Zahlungsbefehl (decreto ingiuntivo) zugestellt, der nach der Zustellung 40 Tage Zeit hat, um Einspruch gegen den Zahlungsbefehl zu erheben. Der Einspruch erfolgt durch Zustellung einer Klageschrift, die ein ordentliches Verfahren vor dem Richter einleitet, der den Zahlungsbefehl erlassen hat.

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Rechtsanwalt Italien
avv. Johannes Fabbio, LLM LMU München
Rechtsanwalt in Padua/Italien

berät und vertritt Sie in allen Fragen um die gerichtliche und außergerichtliche Eintreibung von Forderungen in Italien, einschließlich der Zwangsvollstreckung in Italien, und steht Ihnen für Rechtsbeistand in ganz Italien in sämtlichen Bereichen des Wirtschaftsrechts zur Verfügung.

Tel: + 39 049 80 78 154
Mail:johannesfabbio@gmail.com

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Wird kein Einspruch erhoben, wird der Zahlungsbefehl rechtskräftig und kann vollstreckt werden. In besonderen Fällen ist der Zahlungsbefehl sofort, also vor Ablauf der 40-Tage Frist, vollstreckbar. Das ist der Fall, wenn die Forderung vom Schuldner in einem von ihm unterschriebenen Schreiben anerkannt wird: Zum Beispiel schreibt der Schuldner dem Gläubiger, die Forderung nur aus Liquiditätsgründen nicht zahlen zu können.

Ordentliches Gerichtsverfahren in Italien

Ein ordentliches Verfahren zur gerichtlichen Feststellung der Forderung und zur Verurteilung des Schuldners zu deren Zahlung wird durch die Zustellung der Klage an den Beklagten und die Einreichung der an den Beklagten zugestellten Klage samt Anlagen beim zuständigen Richter angestrengt. In der Klage wird von der Klägerin auch der erste Verhandlungstermin angegeben. Zwischen dem Tag der Zustellung der Klage und dem ersten Verhandlungstermin müssen mindesten 90 vergehen. Am ersten Verhandlungstermin gewährt der Richter auf Antrag den Parteien drei Fristen zur Einreichung von entsprechenden Schriftsätzen (30 Tage + 30 Tage + 20 Tage).

Während des Verfahrens kann ggfs. ein Zahlungsbefehl noch vor dem Ergehen eines Urteils erwirkt werden. Insbesondere kann dieser Zahlungsbefehl für Beträge ergehen, die von den Parteien, welche sich ins Verfahren eingelassen haben, nicht bestritten wurden, für Forderungen, die durch Unterlagen belegt werden und für Forderungen, die nach Beendung der Beweisaufnahme für den Richter als belegt gelten.

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Vollstreckung in Italien

Die Vollstreckung wird durch die Zustellung eines Schriftsatzes zur Vollstreckungsaufforderung (atto di precetto) samt dem Exekutionstitel (titolo esecutivo) eingeleitet. Nach der Zustellung hat der Schuldner 10 Tage Zeit, um freiwillig diese Aufforderung zu erfüllen. Läuft diese Frist ungebraucht aus, kann der Gläubiger innerhalb von 90 Tagen eine Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners beginnen. Man kann sowohl in beweglichen als auch in unbeweglichen Sachen vollstrecken. Die gepfändeten Sachen werden versteigert.

An Vollstreckungsverfahren können sich auch andere Gläubiger beteiligen, mit denen der besagte Erlös geteilt werden muss. Insbesondere kann man das Geld auf den Bankkonten des Schuldners durch Zustellung eines Pfändungsschriftsatzes (atto di pignoramento) an die Bank und an den Schuldner auf dem Wege der Zwangsvollstreckung bei Dritten (procedura esecutiva presso terzi) bzw. der Pfändung bei Dritten (pignoramento presso terzi) pfänden. Mit diesem Schriftsatz wird der Schuldner zu einem vom Gläubiger angegebenen Verhandlungstermin geladen und die Bank wird aufgefordert, innerhalb von 10 Tagen den bei ihr liegenden Geldbetrag des Schuldners mitzuteilen. Ab Zustellung des Pfändungsschriftsatzes ist von diesem Geld ein Betrag, der dem um die Hälfte erhöhten Betrag der einzutreibenden Forderung entspricht, gepfändet. Am besagten Verhandlungstermin weist der Richter dem Gläubiger das gepfändete Geld zu. Diese Art von Zwangsvollstreckung setzt die Kenntnis des Namens der Bank und möglichst auch des Bankkontos von Seiten des Gläubigers voraus.

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