Forderungseintreibung in Österreich

Für die Forderungseintreibung in Österreich stellt die das österreichische Recht schnellen und effektiven Rechtschutz zur Verfügung. Die Eintreibung von Geldforderungen über das verpflichtende Mahnverfahren war im österreichischen Zivilprozess schon früh verankert und ist seither konsequent ausgebaut worden. Das Mahnverfahren ist für die Eintreibung von Geldforderungen bis zu einem Betrag von EUR 50.000,00 zwingend vorgesehen und ist zugleich die jene Verfahrensart im Zivilprozess, die am schnellsten zu einem Exekutionstitel führen kann.

Mahnverfahren in Österreich

Das Mahnverfahren wird durch das Einbringen einer Mahnklage beim zuständigen Gericht eingeleitet. Da bis zu einem Streitwert von EUR 5.000,00 keine Anwaltspflicht herrscht, kann die Klage grundsätzlich bis zu dieser Wertgrenze von der klagenden Partei selbst eingebracht werden. Hierfür stellt das Jusitizministerium eigene Formblätter bereit, die zwingend zu verwenden sind. Aufgrund der Fehler, die bei der Einbringung der Mahnklage durch unerfahrene Personen passieren können, empfiehlt sich jedoch die Vertretung durch einen Rechtsanwalt in jedem Fall.

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Inkasso Rechtsanwalt Österreich

Rechtsanwalt Inkasso
Mag. Balazs Esztegar LL.M.
Rechtsanwalt in Wien
berät Sie bei der außergerichtlichen oder gerichtlichen Forderungsbetreibung in Österreich und führt Vollstreckungsverfahren in Österreich durch.

Tel: +43 1 997 4102
Mail: office(a)esztegar.at
Web: www.esztegar.at

Ablauf des Mahnverfahrens:

  • Einbringung der Mahnklage
  • Gericht erlässt bedingten Zahlungsbefehl
  • Zustellung des Zahlungsbefehls an Gegner
  • Gegner kann binnen 4 Wochen Einspruch erheben

Inkasso Österreich

Rechtsanwälte müssen am elektronischen Rechtsverkehr teilnehmen und die Mahnklage elektronisch einbringen. Die Mahnklage muss die (richtigen und vollständigen) Personendaten der Parteien enthalten. Ihr Begehren kann nur auf Zahlung eines Geldbetrages lauten. Die Gerichtszuständigkeit richtet sich in der Regel nach dem Wohnsitz der erstbeklagten Partei.

Mit der Einbringung der Mahnklage fallen Gerichtsgebühren an. Aufgrund der Mahnklage erlässt das Gericht sodann den Zahlungsbefehl ("bedingter Zahlungsbefehl") und stellt diesen der beklagten Partei zu. Der Schuldner kann binnen 4 Wochen ab Zustellung Einspruch gegen den Zahlungsbefehl erheben, der damit außer Kraft tritt. Es wird dann ein ordentliches Zivilverfahren eingeleitet. Erhebt die beklagte Partei keinen Einspruch gegen den Zahlungsbefehl, wird dieser rechtskräftig und vollstreckbar und damit zum Exekutionstitel.

Europäisches Mahnverfahren

Falls der Schuldner und der Gläubiger ihren Wohnsitz innerhalb der Europäischen Union, jedoch nicht in demselben Land haben, wurde zur Vereinfachung grenzüberschreitender Eintreibung von Geldforderungen, deren Existenz von dem Schuldner anerkannt wurde, das Europäische Mahnverfahren (Verordnung (EG) Nr. 1896/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006) eingeführt.

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Europäisches Bagatellverfahren

Die Eintreibung geringfügiger Forderungen bis zu EUR 2.000 erfolgt innerhalb der EU nach der Verordnung (EG) Nr. 861/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Juli 2007.

Zwangsvollstreckung in Österreich

Leistet der Schuldner trotz rechtskräftigen Urteils oder aufgrund des vollstreckbaren Zahlungsbefehls keine Zahlung, kann der Gläubiger ein Zwangsvollstreckungsverfahren einleiten, um die gerichtliche Eintreibung der als rechtmäßig anerkannten Forderung durch das zuständige Exekutionsgericht zu beantragen. Hierfür steht eine Vielzahl von Exekutionsmitteln zur Verfügung.



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